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Heidelberger Veraxa wagt Nasdaq-Debüt in turbulentem Marktumfeld

Das aus der Forschung des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) hervorgegangene Onkologieunternehmen Veraxa Biotech hat den Zusammenschluss mit der SPAC-Gesellschaft Voyager Acquisition Corp. abgeschlossen und wird seit dem 11. Juni unter dem Kürzel VRXA an der Nasdaq gehandelt (ganz offiziell heute ab 15.30 Uhr Ortszeit). Für das Unternehmen mit Wurzeln im Raum Heidelberg markiert der Schritt den Übergang vom Forschungsunternehmen zum börsennotierten Biotech-Entwickler.

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Das Marktumfeld für den Börsenstart könnte widersprüchlicher kaum sein. Einerseits haben zuletzt mehrere große US-Biotech-Transaktionen das Interesse der Investoren an innovativen Wirkstoffplattformen neu belebt. Andererseits sorgen geopolitische Spannungen, insbesondere die jüngste Eskalation im Nahen Osten, erneut für Nervosität an den Kapitalmärkten. Hinzu kommt, dass SPAC-Transaktionen nach dem Boom der Jahre 2020 und 2021 bei Investoren deutlich kritischer betrachtet werden.

Veraxa setzt auf eine Technologieplattform namens BiTAC (Bi-targeted Tumor-Associated Cytotoxicity), mit der bispezifische T-Zell-Engager und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate entwickelt werden sollen. Der Ansatz basiert auf einer Art biologischer UND-Schaltung: Eine Immunreaktion wird erst ausgelöst, wenn zwei Tumormerkmale gleichzeitig erkannt werden. Dadurch soll die Selektivität erhöht und die Schädigung gesunder Gewebe reduziert werden. Das Unternehmen sieht darin einen Weg, die therapeutische Breite insbesondere bei soliden Tumoren zu verbessern.

Erste präklinische Daten stellte Veraxa im Frühjahr auf der AACR-Jahrestagung vor. Nach Unternehmensangaben zeigten die Kandidaten eine mit konventionellen T-Zell-Engagern vergleichbare Wirksamkeit bei gleichzeitig verbessertem Sicherheitsprofil.

Börsenstart mit Finanzierungsspritze

Finanziell startet Veraxa mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von bis zu 77,5 Mio. US-Dollar. Diese setzen sich aus einer besicherten Finanzierung über 27,5 Mio. US-Dollar sowie einer Vereinbarung über den möglichen Erwerb weiterer Aktien im Volumen von bis zu 50 Mio. US-Dollar zusammen. Das Kapital soll genutzt werden, um die wichtigsten Programme aus der BiTAC-Plattform in die klinische Entwicklung zu überführen.

Der Börsengang ist zugleich ein Erfolg für den Schweizer Life-Science-Inkubator Xlife Sciences, aus dessen Portfolio Veraxa hervorgegangen ist. Ob das Unternehmen von der wieder anziehenden Risikobereitschaft im Biotech-Sektor profitieren kann, dürfte jedoch weniger vom Börsenmantel als von den kommenden klinischen Daten abhängen. In einem Markt, der derzeit sowohl von neuen Rekordbewertungen als auch von geopolitischer Unsicherheit geprägt ist, bleibt die Belastbarkeit der Technologie der entscheidende Werttreiber.

Im Schatten des Rekord-IPO von Parabilis

Der Börsenstart von Veraxa fällt in eine bemerkenswerte Phase für den Biotech-Sektor. Während die Aufmerksamkeit vieler Anleger derzeit auf KI-Unternehmen und private Technologiegiganten wie SpaceX gerichtet ist, hat der jüngste Rekord-Börsengang von Parabilis Medicines gezeigt, dass auch innovative Biotech-Unternehmen wieder auf erhebliches Investoreninteresse stoßen können. Mit einem Emissionsvolumen von 670 Mio. US-Dollar hat Parabilis den bislang größten Börsengang  eines durch Venture Capital finanzierten Biotech-Unternehmens jemals hingelegt. Noch im Januar hatte Parabilis in einer Serie F-Runde über 300 Mio. US-Dollar eingesammelt und bei neuen Investoren großes Interesse wecken können. Der Aktienkurs schoss auch nach dem Börsengang weiter nach oben.

Der Rekord-IPO reiht sich in eine Serie ungewöhnlich starker Kapitalmarktauftritte von Biotech-Firmen im Jahr 2026 ein. Insgesamt haben bereits zwölf Wirkstoffentwickler über Börsengänge mehr als 4,1 Mrd. US-Dollar eingesammelt – ein Zeichen für die wiedererstarkte Risikobereitschaft der Investoren im Biotech-Sektor. Das erfolgreiche Listing gilt vielen Marktbeobachtern als Signal dafür, dass sich das Kapitalmarktfenster für hochwertige Biotech-Storys wieder öffnet. Davon könnte auch Veraxa profitieren – vorausgesetzt, die Heidelberger Plattformtechnologie kann ihre präklinischen Versprechen in klinischen Studien bestätigen.

Wir haben einige Fragen an den Veraxa-CEO Christoph Antz auf den Weg geschickt und warten noch auf Antwort, die wir an dieser Stelle ergänzen werden.

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